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Politisches (erster Teil)

Autor: Moritz | Datum: 18 Januar 2012, 06:21 | Kommentare deaktiviert

Was macht man mit solchen Tagen? Es ist Flaute und es scheint als ob sich auch in Zukunft nichts mehr bewegen würde (und solche Tage gibt es häufiger mal hier in Ruanda). „Sollen wir zu „Inzozi nziza“ gehen?“ schreibe ich eine SMS an meinen Freund Fabien. Und 10 Minuten später treffen wir uns an dem Tor zur Kirche und gehen gemeinsam zu der Eisdiele.

Wenn man eines in einer Subsaharaprovinzhauptstadt nicht erwarten kann, dann ist es wohl eine Eisdiele, die neben Milcheis mit Granolatopping, auch Bananenkuchen und Cookies verkauft. Dieses etwas verrückte Café ist aber auch eine Art Hafen für viele Weiße die nach Butare kommen.

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Geschichtliches (zweiter Teil)

Autor: Moritz | Datum: 18 Januar 2012, 06:19 | Kommentare deaktiviert

  „Vor diesen ganzen Kriegen und bevor das alles passiert ist waren Ruanda und Kongo sehr gut befreundet, besser als mit den ganzen Ostafrikanischen Staaten. Vor dem Genozid von 1994 waren aber schon viele Tutsis in die Ostafrikanischen Länder geflohen und haben besonders in Uganda sehr nützlich Kontakte zum Militär geknüpft: Viele Generäle wurden von Ruandern gestellt und das diese Ruander dann immer mal wieder Waffen für den eigenen Bedarf sichergestellt haben, ist da nur verständlich. Schließlich konnten sie in Uganda eine Guerilla Miliz zusammenstellen und damit einen kleinen Teil des Nordens Ruandas einnehmen. Dort gibt es sehr viel Wald zwischen den Vulkanen und durch ihre genauen Kenntnisse des Terrains konnten sie die Truppen der Hutu-Regierung immer wieder abwehren. Die Angriffe durch die Tutsi- Milizen (oder auch RPF: Rwanden Patriotic Front) waren aber gleichzeitig Grund für extreme Hutus den Unmut über die verbleibenden Tutsis im Land zu schüren. Allerdings hat sich der damalige Präsident Ruandas, Juvénal Habyarimana, dazu entschieden Friedensverhandlungen mit der RPF aufzunehmen und ist aus diesem Grund nach Tansania gereist, um dort die Führenden RPF-Generäle zu treffen.
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Geschichtliches (dritter Teil)

Autor: Moritz | Datum: 18 Januar 2012, 06:11 | Kommentare deaktiviert

  Ähnlich wie nach dem Deutsch-Französischen Krieg, war das Verhältnis zwischen Ruanda und Kongo nach dem Krieg nicht gerade gut. Auch Kabila, der zwar selbst kein Ruander war, aber Ruandern seine Präsidentschaft verdankte, störte sich wohl besonders an dem großen Einfluss Ruandas in die Politik Kongos (wichtige Minister waren ruandaphon oder Ruander: z.B. James Kabarebe, als neuer Generalstabchef Kongos), die Rohstoffausbeutung durch Ruanda und die Präsens ruandischer Truppen in der Kivu-Provinz (auch die Bevölkerung Kongos war sehr unzufrieden und ist wahrscheinlich mitverantwortlich für den Politikwechsel Kabilas). Auf jeden Fall tat Kabila zwei Dinge die zum Ausbruch des zweiten Kongokriegs führten: Nachdem er schon länger versucht hatte den Anteil der Ruander an der Politik im Kongo zu verkleinern, schürte er Propaganda insbesondere gegen die im Kongo lebenden Tutsis, bis hin zu seinem Erlass, dass alle Ruander das Land verlassen müssen.
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